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Die Szenen bekommen Ton

Vertonung eines Stopmotionfilms

Treffen in Magdeburg

Unsere letzte Szene ist abgedreht und demnächst geht es zum Vertonen.

Wir warten nur auf einen passenden Termin.

Der Erste wurde schon verschoben.

Dann steht er endlich.

 

Wir sind zu dritt und wollen uns am Bahnhof treffen. Ich bin da, sonst ist kein niemand von uns dreien zu sehen. Geht auch schlecht, denn es wurde ein ziemlich ungünstiger Termin gewählt. Es ist nämlich ein Fußballspiel in Magdeburg. Massen an Blau/Weißen Fans tummeln sich inzwischen auf dem Bahnsteig. Der Zug kommt an, da heißt es, sich einfach mit den Massen in den Zug zu drängeln. Ich finde gerade noch einen Sitzplatz. Mein kleiner Platznachbar hält mir den Platz frei, denn ich brauche noch eine Fahrkarte. Nun quäle ich mich wieder durch die Massen, in Richtung Fahrkartenautomat. Die angeblich harten Kerle, lassen mich auf bitten bedenkenlos passieren, helfen sogar beim suchen nach dem Hopper-Ticket. Ansonsten traut sich keiner. Meine Karte ist gesichert, aber kein Schaffner kommt.

 

In Magdeburg warte ich dann auf den Rest der Truppe. Alles gut im Überblick - aber keiner in Sicht. Dafür mehrere Nachrichten auf meinem Handy. Der Rest kommt einen Zug später. Durch den Krach, habe ich leider keinen Klingelton hören können. Nun war ich aber schon da, aber keiner, der mit mir den Weg geht oder fährt. Ich wusste ja garnicht, wo der Weg lang geht.

Die Suche

Ich frage bei der Kursleiterin nach, wie ich zum vorgegebenen Ort komme. Mich erreicht eine Wegbeschreibung auf dem Handy. Mein Datenvolumen ist aber aufgebraucht. Da hilft nur ein Besuch der Touristinformation vorm Hauptbahnhof. Diese ist leider geschlossen.

Ich mach mich auf zur Hauptstelle. Auf dem Weg treffe ich auf eine nette Frau. Diese könnte man ja auch mal fragen. Siehe da: Sie hat die Lösung.  Einfach nur die Straßenseite wechseln, nach links wenden und immer geradeaus laufen. Genau entgegengesetzt zur Touristinformation.

Ich überquere einige Straßen und nach 10 Minuten, da stehe ich vor einer riesigen Glasfront, hinter der mich meine Kursleiterin anlächelt.

Geschafft!!!

Warten und korrigieren

Nun beginnt das Warten auf die noch fehlenden Personen. Ich lerne eine junge ukrainische Frau kennen. Sie wird für unseren Film ein ukrainisches Lied singen und auch zwei Personen Lesen. Wir besprechen nochmals das Manuskript und ändern wieder einmal einige Dinge. Jeder für sich allein. Manchmal weiß ich nicht warum. Einiges soll diskriminierend sein.

 

Zum Beispiel bei Marika: Marika macht gern ausgiebige Spaziergänge durch die riesigen Sonnenblumenfelder ihrer Heimat. Danach stärkt sie sich bei einer ordentlichen Portion Kesselgulasch. Nicht mehr nach der Änderung!  Jetzt gibt es nur noch Paprika.

Aha!

Aber laut Text, bringt doch ein jedes KInd, was es liebt oder wovon es am meisten hat.

Ich finde es demzufolge  nicht diskriminierend.

 

Ich fürchtete auch um die Dattelkerne als Geschenk.

Mali kommt aus Afrika (ein Kontinent). Alle anderen Kinder kamen aus einem Land.

Afrika ist demzufolge---

Ratet mal!

Diskriminierend

Ich sollte schon vorher, bei den Besprechungen des Drehs, ein Land bestimmen.

Habe ich auch gemacht.

Meine Wahl fiel auf Nigeria.

Am heutigen Tag, kamen dann Zweifel auf, ob es denn dort überhaut Dattelpalmen gibt.

Gleich wurde wieder nachgeforscht und gegoogelt.

Was für ein Glück, im Norden, da gibt es welche.

Inzwischen waren auch die restlichen Mitwirkenden angekommen.

Jetzt ging jeder für sich noch einmal den Text durch, setzte Betonungszeichen und machte Notizen zum Vortragen.

Im Raum war es mucksmäuschenstill.

Vertonung

Endlich ist es soweit: Jeder hat seinen Text so hingebastelt, wie er ihn braucht.

Wozu schreibt man dann eigentlich ein Drehbuch?

Obwohl die Arbeit daran Spaß gemacht hat, stellt sich Einem dann doch diese Frage.

Denn ob es wirklich eines war, das steht noch nicht fest. Das wird esrst, wenn alles zum Ende kommt und wir das fertige Produkt sehen können.

 

Als Erste komm ich dran. Ich, der Erzähler. Vor meinem geistigen Auge entsteht gerade ein Studio, so wie man es aus Dokus oder Filmen kennt. Ich sehe die große Scheibe, dahinter das Aufnahmeteam und das dazugehörige Aufnahmepult. Beim öffnen der Tür unseres Aufnahmestudios, da stockt mir das Blut in den Adern. Ein enger tief schwarzer Raum erwartet mich. Darin befinden sich eine Lampe, ein riesen Mikrofon, Kopfhörer und das Aufnahmegerät, welches ich auch noch selbst bedienen muss. Auf der Ablage ict gerade noch Platz für mein Skript und ein Glas Wasser. Es folgt eine kleine Einweisung am Aufnahmegerät und dann schließt sich die Tür von außen. In dem Moment acht sich die Angst breit, denn ich befinde mich allein in einem engen, wenig beleuchteten  und engen Raum.

 

Ich habe die Kopfhörer aufgesetzt und damit kann der Spaß losgehen. Lesen - Trinken - manchmal das Aufnahmegerät stoppen - Text neu lesen- und alles wieder von vorn. Kurz vor Schluss fällt mir ein Rascheln auf, welches mich schon von Anfang an begleitet hat, wenn ich mich recht entsinne.

 

Was ist das?

Kann eigentlich nur mein Schal sein.

Also ab damit, wieder von vorn beginnen zu lesen und zwar in Rekordzeit.

Mein Trinken reicht nicht mehr.

 

Ich öffne immer öfter die Tür, um etwas Tageslich zu erhaschen und tief durchzuatmen. Dieses Mal, fällt mir nicht einmal das Schlappern, wegen meiner zu trocknen Lippen, auf. An's Trinken habe ich nämlich kam noch gedacht. Unkonzentriertheit macht sich in mir breit. Immer öfter kommt die Stopptaste zum Einsatz. Dann ist es endlich geschafft.

 

Nach mir kommt dann Dima der Hauptcharakter dran. Auch Media hat sehr viel Text, wird aber bei der Aufnahme begleitet. Dann werden nach und nach, alle schemkenden Kinder vertont Gegen Nachmittag ist dann alles geschafft.

Wir hören uns selbst

Jetzt wird sich erst einmal gestärkt. Es werden drei unterschiedliche Pizzen bestellt, so kann sich jeder sein eigenes Menue zusammenstellen.

Dann geht es in den Computerraum, um unseren Text anzuhören.

 

Zuerst komme ich, der Erzähler, dran.

Staunen!

Das ist zwar mein Text - aber nicht meine Stimme.

Wir hören noch mehr Texte.

Alle Stimmen kann sehr gut zuordnen.

Nur meine nicht.

Was war da nur los?

War es die Angst, die mir im Nacken saß?

 

Da höre ich auch das Schlappern in meinem Text.

Das habe ich leider vorher überhört.

Ich habe eben viel zu wenig getrunken.

 

Hatte ja einen immensen Zeitdruck. Nicht etwa um schnell fertig zu werden , sondern, um schnell rauszukommen, aus diesem engen dunklen Raum.

Gerade jetzt besteht ebenfalls ein großer Zeitdruck. Abeer, Media und ich, wir müssen zum Bahnhof. Schnell noch das Fahrgeld auszahlen lassen, dann müssen wir auch schon schnellen Schrittes zum Bahnhof laufen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Heimfahrt

Wir kommen schon gehetzt am Bahnhof an. Auch hier wieder das gleiche Bild wie am Morgen - uns begegnen Massen an blau/weißen Fans. Die Polizei hält einzelne Gruppen zurück. Wir drängeln uns durch und erreichen Unseren ZUg gerade noch so. Meine beiden Schwarzfahrer vom Morgen, müssen sich noch eine Fahrkarte ziehen, daher sitzen wir direkt an einem Fahrkartenautomaten, umzingelt von blau /weiß gekleideten Männern, die schon etwas angetrunken waren.

 

Es kommen noch mehr hinzu - geschickt vom Zugbegleiter.

Schwarzfahren, das gibt es hier nicht!

 

Jetzt wird es richtig lustig, denn auch der Zugbegleiter kommt endlich an.

Auf lustige Art und Weise, erklärt er den Männern, wie sie an ihr Ticket kommen.

Führt Ruck Zuck durch das unergründbare Programm.

 

Endlich zu Hause!

Eine lustige Fahrt und ein stressiger Tag gehen zu Ende.

Daheim, lässt man noch einige Zeit die Seele baumeln und geht erholt zu Bett.

 

 

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